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Analfissur behandeln: Was ist eine Fissur und wie wird der Schleimhautriss behandelt?

Bei einer Anal­fis­sur bzw. Fis­sur han­delt es sich um einen Schleim­haut­riss im Bereich des Afters. Übli­cher­wei­se fin­det sich die­se Anal­fis­sur gegen das Steiss­bein hin (typi­sche Fis­sur), sel­te­ner nach vor­ne gegen die Geni­ta­li­en (aty­pi­sche Fis­sur). In den meis­ten Fäl­len gehen Anal­fis­su­ren oder Anal­ris­se mit star­ken loka­len Schmer­zen und Blu­tun­gen einher.

Eine aku­te Fis­sur besteht meist, wenn der Schmerz weni­ger als 6 Wochen besteht. Wenn die Sym­pto­me län­ger als 6 Wochen bestehen und zusätz­lich eine Haut­fal­te (sog. “Wäch­ter­ma­ris­ke”) aus­sen am Riss und Nar­ben­ge­we­be im Bereich der Anal­fis­sur besteht, so han­delt es sich um eine chro­ni­sche Fis­sur. Häu­fig fin­det sich auch eine klei­ne Gewebs­ver­meh­rung (Pseu­do­po­lyp) am inne­ren Ende der Fis­sur (sog. Analpapille).

Wie fühlt der Pati­ent eine Analfissur

Immer wie­der Schmer­zen und oder Blu­tun­gen beim Stuhl­gang sind ein Leit­sym­ptom für eine Anal­fis­sur. Sie spü­ren förm­lich, wie die sen­si­ble Anal­haut ein­reißt oder es gibt ein bren­nen­des Gefühl, ins­be­son­de­re wäh­rend und nach dem Stuhl­gang. Beim ers­ten Auf­tre­ten die­ser Sym­pto­me haben Sie eine Sal­be benutzt oder die Ernäh­rung auf bal­last­stoff­rei­che Kost umge­stellt und es ging wie­der bes­ser. Viel­leicht heil­te die Fis­sur sogar von selbst.

Aber die Beschwer­den kom­men immer wie­der oder gehen gar nicht mehr voll­stän­dig weg. Anfangs war der Schmerz nach ein paar Minu­ten ver­ges­sen, jetzt ist der Schmerz stän­dig vor­han­den. Selbst ein wei­cher Stuhl gibt kei­ne Lin­de­rung mehr. Am äuße­ren After sind Haut­läpp­chen oder Wuche­run­gen neu ent­stan­den. Frau­en geben oft eine Abhän­gig­keit der Beschwer­den und Schwel­lungs­zu­stän­den mit der Mens­trua­ti­on an. Die Anal­fis­sur ist von einer aku­ten in eine chro­ni­sche Anal­fis­sur übergegangen.

Fak­ten zur Anal­fis­sur Behandlung

Behand­lungs­art
sta­tio­när oder ambulant

Anal­fis­sur behan­deln: aku­te oder chro­ni­sche Fissur

Beim Anal­fis­sur behan­deln ist eine nicht-ope­ra­ti­ve (kon­ser­va­ti­ve) The­ra­pie vor allem bei der aku­ten Fis­sur erfolg­ver­spre­chend. Hier ist eine kom­plet­te Hei­lung der Anal­fis­sur mög­lich. Die kon­ser­va­ti­ve The­ra­pie einer chro­ni­schen Fis­sur zeigt ledig­lich eine Erfolgs­ra­te von ca. 50%. Daher ist bei chro­ni­schen Fis­su­ren die chir­ur­gi­sche The­ra­pie das Mit­tel der Wahl. Kon­ser­va­ti­ve Anal­fis­sur Behandlung: 
  • Stuhl­re­gu­lie­ren­de Massnahmen
  • Anal­ge­tisch / Anti­phlo­gis­ti­sche Massnahmen
  • Nitro­gly­ce­rin-/ Nife­di­pin­hal­ti­ge Salben
  • Neu­ro­to­xin
Als neue The­ra­pie­form hat sich die Behand­lung via Injek­ti­on eines Mus­kel­ent­span­ners in den Schliess­mus­kel eta­bliert. Das Neu­ro­to­xin bewirkt eine zeit­lich begrenz­te, unvoll­stän­di­ge Schliess­mus­kel­läh­mung. Damit kann der Schliess­mus­kel­krampf rasch auf­ge­ho­ben wer­den. Die Injek­ti­on wird beid­seits der Anal­fis­sur vor­ge­nom­men und bedarf kei­ner spe­zi­el­len Vor­be­rei­tung und auch kei­ner Nar­ko­se. Die Schwä­chung des Schliess­mus­kels hält etwa 3 Mona­te an und ermög­licht zwi­schen­zeit­lich in über 80 % der Fäl­le die Abhei­lung der Fis­sur. Wis­sen­schaft­lich zeig­te eine kürz­lich publi­zier­te Arbeit den Stel­len­wert des Neu­ro­to­xins in Kom­bi­na­ti­on mit chir­ur­gi­schen Ver­fah­ren bei der Behand­lung der chro­ni­schen Fis­sur. Anal­fis­su­ren ope­ra­tiv behandeln: 
  • Fis­sur­rei­ni­gung /-débri­de­ment Die Fis­sur­rei­ni­gung hat zum Ziel, alle Fak­to­ren zu besei­ti­gen, die die Hei­lung der Fis­sur behin­dern kön­nen. Hier­zu gehö­ren das vor­han­de­ne Nar­ben­ge­we­be, die meist vor­han­de­ne Wäch­ter­ma­ris­ke am Anfang der Fis­sur und die ver­grös­ser­te Anal­pa­pil­le am inne­ren Ende der Fis­sur. Wich­tig dabei ist das Aus­schnei­den der Fis­sur-rän­der nach aus­sen, sodass ein Drai­na­ge­drei­eck ent­steht, dass das Wund­se­kret von der Fis­sur nach aus­sen ablau­fen lässt. Dies ist für die Wund­hei­lung ent­schei­dend. Die­ses Drei­eck soll­te genü­gend gross sein, in der Regel etwa 1–2 cm. Die Wun­de heilt dann in ca. 4 Wochen voll­stän­dig aus.
  • Laser Fis­sur­be­hand­lung Bei der scho­nen­den Laser­the­ra­pie (Laser Fis­su­re Clea­ning – LFC) wird die Fis­sur mit­tels Laser­son­de des Dioden-Laser 1470nm der Fir­ma Bio­li­tec gezielt, beson­ders prä­zi­se ver­ödet. Die Ein­dring­tie­fe kann dabei so genau dosiert wer­den, dass eine Schä­di­gung des inne­ren Schließ­mus­kels ver­mie­den wird, was zu deut­lich weni­ger Schmer­zen in der Hei­lungs­pha­se führt. Für die Ent­fer­nung der Wuche­run­gen ver­wen­den wir einen CO₂-Laser. Die­ser erlaubt eine uner­reich­te Genau­ig­keit bei der Schnittführung.
  • Deckung der Fis­sur mit einem Haut­lap­pen (V‑Y-Plas­tik) Beim V‑Y Flap han­delt es sich um eine Abde­ckung des Ris­ses mit einem klei­nen Haut­lap­pen aus der Anal­re­gi­on. Die­se Ope­ra­ti­on wird meist nach einem erfolg­lo­sem Fis­sur­dé­bri­de­ment durchgeführt.
Wir favo­ri­sie­ren im Rah­men der chir­ur­gi­schen Behand­lung die mini­mal-inva­si­ve Laser­be­hand­lung. Die­se hat gegen­über der Stan­dard­ope­ra­ti­on eine Rei­he von Vor­tei­len. Scho­nung des benach­bar­ten Gewe­bes: Es fin­det kein Strom­fluss durch das Gewe­be wie bei der Elek­tro­kaus­tik statt und wir beob­ach­ten einen deut­lich gerin­ge­ren, ther­mi­schen Kol­la­te­ral­ge­we­be­scha­den, also die Beein­träch­ti­gung des benach­bar­ten Gewe­bes durch Hit­ze. Die Wund­hei­lung erfolgt schnel­ler und die Nar­ben wer­den glat­ter und elastischer. 
  • Prä­zi­si­on: Laser­en­er­gie wirkt sehr fokus­siert dadurch hohe Genau­ig­keit in der Schnitt­füh­rung sowie genaue Bestim­mung der Gewebs­tie­fe bei der Abtra­gung der Fis­sur. Klei­ne­re Blu­tun­gen kön­nen gezielt gestillt wer­den. Somit ist eine opti­ma­le Sicht auf das Behand­lungs­feld immer gewährleistet.
  • För­de­rung der Wund­hei­lung: Die hei­lungs­för­dern­de Sti­mu­la­ti­on des umge­ben­den Gewe­bes erfolgt durch die Tie­fen­wär­me des Laserlicht.
  • Lösung von Ver­nar­bun­gen: Dadurch erfolgt die Wie­der­her­stel­lung der Elas­ti­zi­tät des Afters.
  • Ent­fer­nung aller krank­haf­ten Wuche­run­gen: His­to­lo­gi­sche Unter­su­chung zum Aus­schluß einer bös­ar­ti­gen (mali­gnen) Entartung
  • Offe­ne Wund­be­hand­lung: Die­ses trägt zur Ver­mei­dung von Infek­tio­nen bei und beinhal­tet ein täg­li­ches Aus­du­schen des ope­rier­ten Berei­ches unter­wegs kann die­se durch eine Hand­du­sche wie “Hap­py Po” rea­li­siert werden.
Bei Fra­gen zur Anal­fis­sur Behand­lung oder wei­te­ren Behand­lungs­me­tho­den freue ich mich auf ein umfas­sen­des Gespräch mit Ihnen, um auf Ihre indi­vi­du­el­len Bedürf­nis­se ein­ge­hen zu können. 

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