Ein Nabelbruch – medizinisch Nabelhernie – ist eine Lücke in der Bauchwand im Bereich des Nabelrings. Diese kann bestehen bleiben, wenn sich die Öffnung nach der Geburt nicht vollständig verschließt, oder erst im Erwachsenenalter entstehen.
Ob und wie ein Nabelbruch behandelt werden sollte, hängt insbesondere von seiner Größe, den Beschwerden und dem individuellen Befund ab. Symptomatische Nabelhernien werden in der Regel operativ versorgt, weil sie Beschwerden verursachen, kosmetisch stören oder sich im ungünstigen Fall Bruchinhalt einklemmen kann.
Sehr kleine Brüche mit einem Durchmesser von weniger als einem Zentimeter können häufig über einen kosmetisch kaum sichtbaren Schnitt am Nabel direkt vernäht werden. Bei größeren Defekten wird zur Stabilisierung der Bauchwand meist ein Kunststoffnetz eingesetzt. Welche Operationstechnik geeignet ist, wird individuell entschieden. Je nach Befund kann offen über den Nabelrand oder minimalinvasiv laparoskopisch operiert werden. Die Entlassung erfolgt häufig am Tag nach der Operation.
Bei Fragen zur Nabelbruch-Behandlung oder zu weiteren Behandlungsmöglichkeiten freue ich mich auf ein umfassendes Gespräch mit Ihnen, um auf Ihre individuellen Bedürfnisse eingehen zu können.
Fakten zur Nabelbruch Behandlung
- Behandlungsart
- stationär
Ultraschall zur Untersuchung eines Nabelbruchs
Ein Nabelbruch lässt sich häufig bereits durch die körperliche Untersuchung erkennen. Ergänzend kann eine Ultraschalluntersuchung die Bruchpforte und den Bruchinhalt sichtbar machen. Weiterführende bildgebende Untersuchungen sind in vielen Fällen nicht erforderlich. Größe und Beschaffenheit des Bruchs helfen bei der Entscheidung, ob eine direkte Naht ausreicht oder ein Kunststoffnetz sinnvoll ist.
Ablauf der Nabelbruch-Operation
Der Ablauf einer Nabelbruch-Operation richtet sich nach Größe und Ausprägung des Bruchs. Bei einer offenen Operation wird zunächst ein bogenförmiger Schnitt am Nabel gesetzt. Anschließend wird der Bruchsack vorsichtig aus dem umliegenden Gewebe gelöst und der Bruchinhalt in die Bauchhöhle zurückverlagert. Falls erforderlich, wird der Bruchsack entfernt. Danach wird die Bruchpforte durch eine Naht oder mithilfe eines Netzes verschlossen.
Die Operation erfolgt häufig unter Vollnarkose und kann je nach Befund auch tagesklinisch durchgeführt werden. Ein kleiner, unkomplizierter Eingriff dauert meist etwa 20 bis 30 Minuten.
Vorteile der offenen Versorgung kleiner Nabelbrüche können sein:
- kurze Dauer des Eingriffs
- geringe Gewebebelastung
- niedrige Komplikationsrate bei unkompliziertem Verlauf
Sehr kleine Brüche werden häufig direkt vernäht, indem die Ränder der Bruchpforte zusammengeführt werden.
Nabelbruch-Operation mit Kunststoffnetz
Bei größeren Nabelbrüchen wird häufig ein Kunststoffnetz eingesetzt. Insbesondere bei Defekten ab etwa drei Zentimetern ist eine Netzversorgung in der Regel sinnvoll. Das Netz stabilisiert die Bauchwand und senkt das Risiko, dass erneut ein Nabelbruch entsteht.
Je nach Größe, Lage und individuellem Befund kommen unterschiedliche Techniken infrage:
- Sublay-Mesh-Technik: Das Netz wird in einer tieferen Schicht der Bauchwand, beispielsweise hinter der Bauchmuskulatur, platziert.
- IPOM-Technik: Das Netz wird minimalinvasiv auf der Innenseite der Bauchwand in der Bauchhöhle angebracht.
- Inlay-Technik: Das Netz wird direkt in die Bruchlücke eingesetzt.
Die geeignete Methode wird individuell ausgewählt, damit die Bruchlücke sicher verschlossen und die Bauchwand dauerhaft stabilisiert werden kann.
Nachsorge nach der Nabelbruch-OP
Eine sorgfältige Nachsorge unterstützt die komplikationsfreie Heilung. Direkt nach der Operation ist normalerweise eine reguläre Nahrungsaufnahme möglich. Die Haut wird entweder geklebt oder mit selbstauflösendem Nahtmaterial verschlossen. Dadurch können Patientinnen und Patienten häufig bereits in den ersten Tagen nach der Operation wieder duschen.
Für die ersten Wochen gelten – abhängig vom Operationsverfahren und der individuellen Heilung – meist folgende Empfehlungen:
- zunächst nicht mehr als etwa fünf Kilogramm heben
- schwere Lasten und intensives Bauchmuskeltraining vermeiden
- Joggen und leichten Sport nach etwa vier bis sechs Wochen und nach ärztlicher Freigabe wieder aufnehmen
Auch die körperliche Belastung im Beruf sollte berücksichtigt werden. Wann eine vollständige Rückkehr zu allen Aktivitäten möglich ist, hängt vom Heilungsverlauf und der durchgeführten Operation ab.



